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Löwenzahn und Zebrastreifen


Im ASC-Hotel „Dolphin“


Obwohl das Hotel am Indischen Ozean liegt, habe ich während der ganzen Fahrt kein Meer gesehen und da man die Zimmer erst gegen 12:00 Uhr beziehen kann und die „normalen“ Gäste auch noch nicht da sind, werde ich erst mal gebeten, in der Hotelhalle zu warten. Von Indischem Ozean auch hier weit und breit keine Spur. Das Einzige, was an Afrika erinnert ist die enorme Hitze. Wie gern hätte ich nach dem langen Flug geduscht und die Klamotten gewechselt, doch das wird nichts.

Nachdem der Bus mit den anderen Gästen angekommen ist und die Koffer in eine Abstellkammer gebracht wurden, gibt’s Frühstück: Kaffee und Brot, Speck und Spiegelei – ja sogar frisches Obst. Der Kaffee und das frische Obst tun gut. Jetzt fühl’ ich mich schon viel wohler.

Um 14:00 Uhr gibt’s im Hotel die obligatorische Informationsstunde des hoteleigenen Tourist-Office. Die hätte ich mir auch schenken können. Denn jeder, der im Fernsehen schon mal Daktari gesehen hat, weiß mehr über Afrika, als das, was uns hier geboten wird. Jetzt habe ich schon einen halben Tag vertrödelt und noch immer kein Meer gesehen, statt dessen erhalten wir Hinweise, wie man sich den Einheimischen gegenüber verhalten soll, vor allem dass uns Schwarze generell übers Ohr hauen wollen und dass es am besten sei, das Hotel überhaupt gar nie nicht zu verlassen. Der ASC tue alles, um uns rundherum zu versorgen. Ein Kontakt mit den Schwarzen außerhalb des Hotels scheint von Seiten des ASC gar nicht erwünscht zu sein.

Seltsam, sehr seltsam. Ich fühle mich wie auf einer Kaffeefahrt, wo mir jemand für 1000 Euro eine Rheumadecke verkaufen will. Vielleicht bin ich ja auch nur so grantig, weil ich im Flugzeug so gut wie nicht geschlafen habe.

Nun, ich will nicht gleich am ersten Tag schwarz sehen. Immerhin, und das war der einzige Vorteil, hatte ich bei der Informationsveranstaltung die Möglichkeit, andere „Neue“ kennenzulernen. Viele sind schon zum x-ten Mal hier, sie kommen jedes Jahr, manche zweimal. Das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Erstens fehlt mir dazu das Geld, zweitens fühl ich mich hier (noch) nicht so zuhause.

9 Stunden nach der Ankunft in Afrika kann ich dann endlich mein Zimmer beziehen, Zimmer 27. Es liegt ganz am Ende eine Bungalow-Anlage. Mein Gepäck wird mir von einem Boy dorthin gebracht. Auch das bin ich nicht gewohnt. Ich habe meine Taschen bisher immer selbst getragen.

Von draußen kommt man in einen kleinen Vorraum, rechts das Bad, geradeaus das Zimmer und 50 Meter weiter, direkt hinter Fenster und Terrasse – endlich – der Indische Ozean. Ich geb’ dem Kofferträger einen Obolus, schließ die Tür und leg mich erst mal auf das große, butterweiche Bett. Auspacken werde ich dann später.


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